Bürgeriniatitive für Bauen mit Vision am Neustädter Markt Dresden

Platte trifft auf Hochbarock

Nov 13, 10 Platte trifft auf Hochbarock

Ein Stadt­plan gewährt ganz beson­dere Ein­bli­cke in die Innere Neu­stadt. Der Plan der Gesell­schaft His­to­ri­scher Neu­markt Dres­den e. V. zeigt his­to­ri­sche Auf­nah­men und ver­gleicht diese mit der heu­ti­gen Bebauungssituation.

Nach einem kata­stro­pha­len Stadt­brand 1685 war fast das ganze Vier­tel zer­stört. Nach den Wie­der­auf­bau­maß­nah­men Anfang des 18. Jh. erhielt die Gegend den Namen “Neue König­stadt bey Dres­den”, wor­aus sich spä­ter die Bezeich­nung Neu­stadt bildete.

Bei der Zer­stö­rung Dres­dens im Februar 1945 blie­ben König­straße und Rähnitz­gasse nahezu unbe­schä­digt und wei­sen noch die baro­cke Struk­tur auf. Auch am Neu­städ­ter Markt könnte man heute eigent­lich die his­to­ri­schen Gebäude bewun­dern. Doch statt­des­sen sieht man Plat­ten­bau­ten aus den 70er Jahren.

Durch den vier­spu­ri­gen Aus­bau der ehe­ma­li­gen Gro­ßen Meiß­ner Straße ver­lor der Bereich um den Gol­de­nen Rei­ter end­gül­tig die his­to­ri­sche Struk­tur. Wer auf dem Neu­städ­ter Markt steht, hat eher das Gefühl, sich an einer Fern­ver­kehrs­straße zu befin­den, als auf einem Platz, der zum Ver­wei­len ein­lädt. Die Sitz­ge­le­gen­hei­ten blei­ben trotz Son­nen­schein unge­nutzt. Die eigent­li­che Platz­an­lage wird von der Straße gequert und ist in ihrer ursprüng­li­chen Form nicht mehr erkenn­bar. Statt­des­sen wirkt die Straße wie eine Barriere.

Ob die Ver­kehrs­füh­rung so bleibt, wird im Früh­jahr dis­ku­tiert wer­den. Es gibt Vor­schläge zu einer Tun­nel­va­ri­ante oder einer Umlei­tung des Ver­kehrs. Doch hin­ter Straße und Plat­ten­bau­ten hat die Innere Neu­stadt, beson­ders archi­tek­to­nisch, eini­ges zu bie­ten. Dass man hier ganze Stra­ßen­züge von baro­cken Bür­ger­häu­sern ent­deckt, ver­dankt sich in ers­ter Linie dem kon­ti­nu­ier­li­chen Enga­ge­ment von Denk­mal­pfle­gern. So zum Bei­spiel Hans Nad­ler, der sich über Jahr­zehnte mit Sach­ver­stand und poli­ti­schem Geschick um den Erhalt der Sub­stanz bemüht hat — hier in einer his­to­ri­schen Filmaufnahmen:

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Die Königs­straße bil­det ein Bei­spiel für gelun­gene Sanie­rungs­ar­beit. Die Bebau­ung der Königs­straße ab 1720 erfolgte einem stren­gen Regle­ment. Des­halb unter­schei­den sich die baro­cken Bür­ger­häu­ser ledig­lich durch das Por­tal und die Putz­ge­stal­tung. Weite Teile der Straße sind von sanier­ten Häu­sern aus dem 18. Jh. gesäumt. Auf den zwei­ten Blick erkennt man, dass sich aber auch Neu­bau­ten har­mo­nisch in das Ambi­ente ein­fü­gen lassen.

Die Rähnitz­gasse weist neben der Königs­staße den größ­ten in Dres­den erhal­te­nen Bestand an Wohn­ge­bäu­den des 18. und frü­hen 19. Jahr­hun­derts auf und lässt die sti­lis­ti­sche Ent­wick­lung der Bür­ger­haus­baus erken­nen. Die­ses 1730 errich­tete Haus ist das letzte erhal­tene Bei­spiel der reich­ge­schmück­ten Dresd­ner Bür­ger­häu­ser des Hoch­ba­rock. Einige Meter wei­ter befin­den sich Häu­ser des Begrün­ders des Säch­si­schen Rokoko, Johann Chris­toph Knöf­fel. Dazwi­schen steht das ehe­ma­lige Hotel “Stadt Leip­zig”. Obwohl es der­zeit kein beson­ders schö­ner Anblick ist, erkennt man es an der ein­fa­chen Gestal­tung und regel­mä­ßi­gen Anord­nung der Fens­ter noch ein­deu­tig als Bau­werk des Klassizismus.

Trotz die­ser Klein­ode sind die Stra­ßen der Inne­ren Neut­stadt leer. Die Tou­ris­ten zieht es offen­sicht­lich noch nicht in das his­to­ri­sche Stadt­ge­biet auf der Neu­städ­ter Seite.

Es bleibt abzu­war­ten, ob die für das Früh­jahr geplante Dis­kus­sion über den Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan die­ses Vor­ha­ben voranbringt.

2 Kommentare

  1. Hallo ich bin für ein Neu­städ­ter­markt wie vor der Zer­stö­rung 1945.
    Auch sieht es bes­ser aus,es an die Stadt­be­bau­ung von der alten Neu­stadt anzuschließen,alles andere sind nur halbe Sachen!
    Es müß­ten die Leit­bau­ten der Neu­stadt wie­der errich­tet werden,z.B. Neu­städ­ter Rathaus,Narrenhäusel und das Gebäude vom alten Zirkus(Zirkus Sar­ra­sani) wäre auch möglich,wenn es nütz­li­che Ver­wen­dung fin­det.
    Das alles müßte natür­lich wegen der Finanzierung,mittel– bis lang­fris­tig ange­legt sein.
    Das wars erst­mal auch wenn es noch viele dar­über zu schrei­ben gibt.

    Gruß Ronny

  2. stadtmensch25 /

    Ich gebe Ronny soweit recht. Auf der Neu­städ­ter Seite feh­len mar­kante Gebäude die wirk­lich jeden zei­gen das hier der Platz ist. Im Moment macht das der gol­dene Rei­ter allein. Das Nar­ren­häu­sel unweit das Neu­städ­ter Mark­tes wäre doch ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel. Gas­tro­no­misch bzw. Gewerb­lich zu nut­zen und als Leit­bau wären perfekt.

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