Platte trifft auf Hochbarock
Ein Stadtplan gewährt ganz besondere Einblicke in die Innere Neustadt. Der Plan der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V. zeigt historische Aufnahmen und vergleicht diese mit der heutigen Bebauungssituation.
Nach einem katastrophalen Stadtbrand 1685 war fast das ganze Viertel zerstört. Nach den Wiederaufbaumaßnahmen Anfang des 18. Jh. erhielt die Gegend den Namen “Neue Königstadt bey Dresden”, woraus sich später die Bezeichnung Neustadt bildete.
Bei der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 blieben Königstraße und Rähnitzgasse nahezu unbeschädigt und weisen noch die barocke Struktur auf. Auch am Neustädter Markt könnte man heute eigentlich die historischen Gebäude bewundern. Doch stattdessen sieht man Plattenbauten aus den 70er Jahren.
Durch den vierspurigen Ausbau der ehemaligen Großen Meißner Straße verlor der Bereich um den Goldenen Reiter endgültig die historische Struktur. Wer auf dem Neustädter Markt steht, hat eher das Gefühl, sich an einer Fernverkehrsstraße zu befinden, als auf einem Platz, der zum Verweilen einlädt. Die Sitzgelegenheiten bleiben trotz Sonnenschein ungenutzt. Die eigentliche Platzanlage wird von der Straße gequert und ist in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr erkennbar. Stattdessen wirkt die Straße wie eine Barriere.
Ob die Verkehrsführung so bleibt, wird im Frühjahr diskutiert werden. Es gibt Vorschläge zu einer Tunnelvariante oder einer Umleitung des Verkehrs. Doch hinter Straße und Plattenbauten hat die Innere Neustadt, besonders architektonisch, einiges zu bieten. Dass man hier ganze Straßenzüge von barocken Bürgerhäusern entdeckt, verdankt sich in erster Linie dem kontinuierlichen Engagement von Denkmalpflegern. So zum Beispiel Hans Nadler, der sich über Jahrzehnte mit Sachverstand und politischem Geschick um den Erhalt der Substanz bemüht hat — hier in einer historischen Filmaufnahmen:
Die Königsstraße bildet ein Beispiel für gelungene Sanierungsarbeit. Die Bebauung der Königsstraße ab 1720 erfolgte einem strengen Reglement. Deshalb unterscheiden sich die barocken Bürgerhäuser lediglich durch das Portal und die Putzgestaltung. Weite Teile der Straße sind von sanierten Häusern aus dem 18. Jh. gesäumt. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass sich aber auch Neubauten harmonisch in das Ambiente einfügen lassen.
Die Rähnitzgasse weist neben der Königsstaße den größten in Dresden erhaltenen Bestand an Wohngebäuden des 18. und frühen 19. Jahrhunderts auf und lässt die stilistische Entwicklung der Bürgerhausbaus erkennen. Dieses 1730 errichtete Haus ist das letzte erhaltene Beispiel der reichgeschmückten Dresdner Bürgerhäuser des Hochbarock. Einige Meter weiter befinden sich Häuser des Begründers des Sächsischen Rokoko, Johann Christoph Knöffel. Dazwischen steht das ehemalige Hotel “Stadt Leipzig”. Obwohl es derzeit kein besonders schöner Anblick ist, erkennt man es an der einfachen Gestaltung und regelmäßigen Anordnung der Fenster noch eindeutig als Bauwerk des Klassizismus.
Trotz dieser Kleinode sind die Straßen der Inneren Neutstadt leer. Die Touristen zieht es offensichtlich noch nicht in das historische Stadtgebiet auf der Neustädter Seite.
Es bleibt abzuwarten, ob die für das Frühjahr geplante Diskussion über den Verkehrsentwicklungsplan dieses Vorhaben voranbringt.












Hallo ich bin für ein Neustädtermarkt wie vor der Zerstörung 1945.
Auch sieht es besser aus,es an die Stadtbebauung von der alten Neustadt anzuschließen,alles andere sind nur halbe Sachen!
Es müßten die Leitbauten der Neustadt wieder errichtet werden,z.B. Neustädter Rathaus,Narrenhäusel und das Gebäude vom alten Zirkus(Zirkus Sarrasani) wäre auch möglich,wenn es nützliche Verwendung findet.
Das alles müßte natürlich wegen der Finanzierung,mittel– bis langfristig angelegt sein.
Das wars erstmal auch wenn es noch viele darüber zu schreiben gibt.
Gruß Ronny
Ich gebe Ronny soweit recht. Auf der Neustädter Seite fehlen markante Gebäude die wirklich jeden zeigen das hier der Platz ist. Im Moment macht das der goldene Reiter allein. Das Narrenhäusel unweit das Neustädter Marktes wäre doch ein hervorragendes Beispiel. Gastronomisch bzw. Gewerblich zu nutzen und als Leitbau wären perfekt.