Pressemitteilung zur Inneren Neustadt
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) stellt die Alternativentwürfe des deutschen Investors vor, welcher ebenfalls das Bauareal Heinrichstraße / Obergraben bei gleichzeitiger Öffnung der Heinrichstraße zur Hauptstraße schnellstmöglich entwickeln würde.
Die Unterschiede zwischen diesem Entwurf und dem von Knerer & Lang liegen klar auf der Hand: hier orientieren sich die Neubauten in ihrer modernen Form am Barockviertel und wertschätzen es dadurch. Die wesentlichen Stichpunkte sind: Ausbildung der historischen Kleinteiligkeit durch drei unterschiedliche Fassadengestaltungen, die sich in Höhe und Form unterscheiden, vertikale, gerahmte Fensterformate, die der Fassade Halt und Ruhe geben, und die Ausbildung von Steildächern, welche den Einbau von attraktiven Gauben im Wohnraum ermöglichen. In der Funktionalität und daraus folgernd auch in der Wirtschaftlichkeit ist dieser Entwurf dem Plattenbau-Entwurf von Knerer & Lang ebenbürtig wenn nicht sogar weit überlegen. Es braucht keines Plattenbauentwurfs, um in der Erdgeschosszone funktionale Schaufensterfronten auszubilden, es braucht keiner überbreiten Fensterformate, um hinter diesen Loggien zu entwickeln – zwei kleinere Fenster bringen genausoviel Sonnenlicht. Wo keine Sonne scheint, nutzt aber auch kein Fenster! In diesem Entwurf werden zusätzliche Balkone im Hofbereich entwickelt, wo zuvor durch die Steildächer und die differenzierte Kleinteiligkeit attraktive Strukturen entwickelt worden sind – nach Westen kann dort die Abendsonne genossen werden. Es braucht keines Flachdaches, wenn durch die Ausbildung eines Dachgeschosses, potentielle Dachgeschosswohnungen attraktiver zu vermarkten sind – der Raumverlust ist minimal, die Geschosszahl bleibt gleich. Die langfristige Wirtschaftlichkeit bleibt durch die kleinteilige und differenzierte Gestaltung gesichert, da diese Garant für eine flexible und heterogene Nutzung – jenseits der finanziellen Mittel eines Großinvestors – ist.
Modern ist nicht gleich modern. Die Unterschiede in den Entwürfen liegen nicht in der Funktionalität, sie liegen in dem Respekt und in der Achtung des historischen Barockviertels, welches direkt anschließt. Moderne muss nicht hässlich sein!
Die GHND plädiert für einen wesentlich weiter gefassten Modernitätsbegriff in der Architektur. Eine Architektur, die sich nicht der Historie und dem baulichen Umfeld des Ortes verpflichtet fühlt, ist nicht modern. Es ist nicht modern, Rasterfassaden auf unterschiedlichen Kisten und Kuben mit Flachdachabschlüssen willkürlich und überall in der Stadt zu plazieren.
Der Vorstand














Frankreich, Polen und Italien bauten nach dem Kriege ihre zerstörten Städte vorbildlich wieder auf. Betonköpfe in Deutschland hingegen haben immer noch nicht aus den Fehlern ihres Wiederaufbaus der 60iger und 70iger Jahre gelernt. Gebt ihnen keine Chance, dass sie diese Fehler am Neumarkt wiederholen können! Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie Ihr wunderbares Konzept für die Rekonstruktion des Neustädter Marktes in altbewährter Weise umsetzen werden.
MfG
Hansjürgen Donel