Abrissarbeiten an der Hauptstraße gestoppt
Beim Abriss der Plattenbauten in der Hauptstraße in der Inneren Neustadt geht es schon seit Ende November nicht voran. Dadurch wird sich die Fertigstellung des dort geplanten Neubaus verzögern. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände errichtet die Florana KG zwei Wohn– und Geschäftshäuser. Ursprünglich sollten die beiden Häuser an der Ecke Hauptstraße/Heinrichstraße im Dezember fertig sein. Jetzt rechnet das zuständige Generalunternehmen Hentschke Bau mit der Fertigstellung Anfang 2012. Teurer werden soll das Elf-Millionen-Euro-Projekt nicht.
Schuld an der Verzögerung beim Abriss sind die Minustemperaturen. „Den Abbruch könnten wir auch im Winter machen“, stellt der Projektleiter der zuständigen Bautzner Firma Hentschke Bau, Volker Böhme, klar. Das Problem liegt im Keller des Plattenbaus. Dort verläuft an der Decke eine Fernwärmeleitung. Sie versorgt unter anderem die Wohnungen in den Plattenbauten am Neumarkt. Der städtische Energieversorger Drewag hat deshalb eine provisorische Ersatzleitung um das Abrisshaus herumgelegt. Nur: Die Ersatzleitung konnte bislang noch nicht angeschlossen werden.
Für notwendige Schweißarbeiten sind Temperaturen über fünf Grad Celsius nötig. Die Drewag benötige für die Arbeiten über drei Tage Temperaturen von mindestens fünf Grad im Durchschnitt, sagt Böhme. „Normalerweise gibt es im Dezember immer ein paar wärmere Tage, an denen das möglich ist.“ Der heftige Wintereinbruch hat diesen Plan durchkreuzt.
Weil sich der Abriss so schon seit sechs Woche verzögert, tüftelt Böhme gemeinsam mit dem Abrissunternehmen Nestler an einem Alternativplan. Der sieht vor, die oberen Etagen des Plattenbaus abzureißen, obwohl die Fernwärmeleitung im Keller weiter in Betrieb ist. „Der Abriss müsste dann vorsichtiger geschehen“, sagt Böhme. Eine endgültige Entscheidung dazu gibt es aber noch nicht.
Sollte der Abriss beginnen, werden die Plattenbauten schnell verschwunden sein. In drei Wochen, so schätzt Böhme, sind die Häuser abgerissen. Im vergangenen Jahr wurden die Fünfgeschosser bereits komplett entkernt. Außerdem wurden das Dach und der Kollonadengang entlang der Hauptstraße abgerissen. Auch ein Teil des Flachbaus am Obergraben, in dem sich einst das Fußballmuseum befand, steht nicht mehr.
Sollten die Abrissarbeiten wieder beginnen, werden auch die Halteverbote in der Heinrichstraße und am Obergraben wieder gültig. Über diese Straße erfolgt der Abtransport der abgebrochenen Betonplatten von der Baustelle. Mitarbeiter von Hentschke Bau wollen die Anwohner kurzfristig über die Fortsetzung der Arbeiten informieren.
Die beiden Neubauten werden als Eckhäuser gebaut. Dadurch wird die Heinrichstraße zur Hauptstraße hin geöffnet. Bislang war die Straße nur über einen Durchgang im Erdgeschoss des Plattenbaus erreichbar. In der Tiefgarage der beiden Neubauten entstehen 47 Stellplätze.
Tobias Winzer
Quelle: Sächsische Zeitung vom 7. Januar 2011













