Die Platte an der Hauptstraße ist weg
Vom einstigen Plattenbau in der Hauptstraße 5 bis 7a zeugt nur noch ein großer Schutthaufen. In den vergangenen drei Wochen wurde das lange Zeit leer stehende Wohnhaus, das sich in Höhe des Obergrabens und der Heinrichstraße befand, abgerissen.
An dieser Stelle will Investor Heinz Nettekoven von der Weimarer Firma Florana zwei neue Wohn– und Geschäftshäuser bauen. Ursprünglich sollten diese Ende 2011 fertig werden. „Aber durch die lange Frostperiode im Winter haben wir etwas Zeit verloren“, sagt Florana-Sprecher Peter Dyroff. Grund für die Verzögerung war eine Fernwärmeleitung, die von der Drewag verlegt werden musste. Dafür brauchte es mildere Temperaturen. Die Bauleute haben zwei Monate verloren. Jetzt wollen sie Ende Februar 2012 fertig sein.
Rohbau steht bis August
In den kommenden zwei bis drei Wochen werden noch die Keller eingerissen, sagt Matthias Nagel von der Hentschke Bau GmbH, die sowohl das alte Haus abreißt, als auch die neuen Gebäude errichtet. „Die entstehende Baugrube wird dann durch Stahlträger vor abrutschenden Erdmassen geschützt.“ Ende März sollen die ersten Fundamentarbeiten beginnen. Nagel rechnet damit, dass der Rohbau bis August steht.
Auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen zwei Häuser, die im Erdgeschoss Platz für neun Läden bieten sollen. In den vier Obergeschossen sind 39 Wohnungen geplant. Im Keller soll eine Tiefgarage mit 47 Autostellplätzen, vor allem für die Mieter, entstehen. „Es gibt durchaus schon Interessenten für die Gebäude. Bis zur Übergabe werden sicherlich alle Flächen vermietet sein“, sagt Florana-Sprecher Dyroff. Ihm zufolge stehe bereits die Bäckerei Dreißig als Mieter fest. „Außerdem wird die Sparkassenfiliale vom Neustädter Markt in eines unserer Gebäude einziehen“, sagt Dyroff.
Projekt war lange umstritten
Laut Investor Heinz Nettekoven sind bereits sieben der neun Läden vermietet. „Ich habe überhaupt keine Bedenken. Auch bei den Wohnungen ist die Nachfrage groß.“ Der Geschäftsmann investiert rund zwölf Millionen Euro in Abriss und Neubau. „Die Verzögerungen haben leider etwa 200.000 bis 300.000 Euro Mehrkosten verursacht“, sagt der 83-Jährige.
Die Pläne des Geschäftsführers der Weimarer Florana KG und des Architekten Thomas Knerer an der Hauptstraße waren von Anfang an umstritten. Starker Widerstand formierte sich zunächst vonseiten der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. Diese hatte sich anstelle eines modernen Neubaus ein Gebäude gewünscht, das sich mit Schrägdächern und kleinen Fenstern an der historischen Bebauung orientiert – gemäß der Lage am östlichen Rand des Barockviertels. Ausgerechnet der Barockviertel-Verein sprach sich aber für die Pläne von Nettekoven aus.
Zu Beginn des Abrisses im vergangenen Herbst stellte sich dann Unmut bei den Geschäftsleuten des Barockviertels ein. Bisher waren ihre Läden in der Heinrichstraße über einen kleinen Durchgang im Haus erreichbar. Dieser war wochenlang blockiert. Nur wenige Kunden nutzten den anderen Zugang über Obergraben und Rähnitzgasse.
Neuer Weg zur Heinrichstraße
Der Plan zweier Gebäude ermöglicht jetzt jedoch, dass eine breite Öffnung der Heinrichstraße zur Hauptstraße hin entsteht. „Zwischenzeitlich war es für die Läden etwas schwierig. Durch den breiteren Zugang schaffen wir nun aber einen Vorteil für das Barockviertel“, sagt Matthias Nagel von Hentschke Bau. Er betont, dass die Arbeiten stets in einem „vernünftigen Miteinander“ mit den Anwohnern realisiert werden sollen. „Bei den Abrissarbeiten haben wir die Fläche bewässert, um die Staubentwicklung zu senken“, so Nagel. Nach dem Abriss werde dann wieder mehr Ruhe vor Ort einkehren.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 8. Februar 2011












Chance vertan!
Bislang besteht in Dresden anscheinend wenig Interesse den Neustädter Markt historisch, qualitativ hochwertig und nachhaltig zu entwicklen. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Meinung schnell ändert und es nicht erst vieler moderner Bausünden bedarf bis sich wieder einmal die Erkenntnis einstellt, dass es das ja nun wirklich nicht sein kann.
In Verbindung mit dem Neumarkt bestände wirklich die Möglichkeit eine Ahnung dessen entstehen zu lassen, wofür Dresden in der Welt berühmt war.
Es wird doch eigentlich nur eine Rekonstruktion des Neustädter Rathauses als berühmtes Ensemble mit dem Goldenen Reiter gebraucht, die anderen Bauten sind nicht so wichtig.
Also ich finde es müßen viele historische Gebäude wieder aufgebaut werden,sonst passt das nicht richtig gut zum Rathaus,dass ist so wie ein Barockes Gebäude und alles andere Neubauten,passt nicht!
Wenn Neubauten müssten sie sich an die historische Bebauung anpassen,einfach einen harmonischen Übergang bilden.
Es darf nicht einen radikalen Schnitt geben,es sehe dann einfach nicht mehr schön aus,das ist meine Meinung!
Gruß R.Helbig
Auch ich bin überzeugt von der überaus großen wichtigkeit des Neustädter Rathauses, das wohl von den Bauformen her relativ leicht wiederaufzubauen wäre. Man sollte aber Acht darauf geben, dass auch bei diesem Platz eine harmonische Gesamtsituation entsteht. Als Eingang zur Neustadt fehlt immer noch das “Narrenhäusl”, ebenfall recht einfach gestaltet im damaligen Zustand.
ich finde um der strasse eine gewisse attraktivität zu geben sollten historische gebäude ihren platz finden… ich finde der neustädter markt sollte natürlich auch eine gewisse chance haben…
es provitiert auch das königsviertel davon da man eine verbindung und anbindung wiederherstellt…
ich begrüsse jede förderung zu dieser idee…
Anfang dieser Woche haben wir uns die Bauarbeiten an der Hauptstrasse/Heinrichstrasse angesehen. Das sichtbare Resultat zeigt sich wie schon lange vermutet: eine unsensible — brutal, klotzige Betonarchitektur, die rein gar nichts vom Flair des alten (schönen) Dresden auch nur annähernd vermuten lässt. Nur Scheußlich ! Vorübergehende Passanten meinten dazu lapidar: “.… da hätten sie auch die alten Platten stehen lassen können …” In der Tat, so ist es. Wir müssen fast machtlos zusehen, wie Investoren aus dem Taunus (!) unsere Stadt verhunzen, mit “Architekturen”, die anderswo der Abrissbirne verfallen. Siehe Frankfurt/Main (Technisches Rathaus) — dort ist man in der Altstadt schon lange auf dem einzig richtigen Wege, der Altstadt wieder Würde und ein Gesicht zu geben ! Hier in Dresden werden wir noch eine Generation warten müssen, bis die Verantwortlichen der Stadt reif genug sind, einen Wiederaufbau des schönen Neustädter Rathauses auch nur in Erwägung zu ziehen. Bis dahin werden wohl Immobilien-Heuschrecken aus der Provinz bestimmen können, was wo gebaut wird.