Bürgeriniatitive für Bauen mit Vision am Neustädter Markt Dresden

Hotel Stadt Leipzig in höchster Not

Sep 24, 13 Hotel Stadt Leipzig in höchster Not

Pres­se­mit­tei­lung der GHND vom 24.09.2013

Hotel Stadt Leip­zig, Hein­rich­straße 7 gehört zu den bedeu­tends­ten Bau­ten der Inne­ren Neu­stadt. Es ist der älteste noch exis­tie­rende Hotel­bau der Stadt Dres­den. Das als „Thier­mann­scher Hof“ zwi­schen 1706 und 716 errich­tete baro­cke Gebäude wurde 1837 zu einem reprä­sen­ta­ti­ven Neo­re­nais­sance­ge­bäude umge­baut und als „Hotel Stadt Leip­zig“ wie­der­er­öff­net. Das Gebäude wurde 1945 beim Luft­an­griff auf die Stadt Dres­den als eines der weni­gen Gebäude im Bereich der Inne­ren Neu­stadt nicht zer­stört, auch über die kom­plette DDR-Zeit konnte es geret­tet wer­den. Seit Ende der 1980er Jah­ren steht es nun­mehr leer und ist dem Ver­fall ausgesetzt.

Immer wie­der gab es in der Ver­gan­gen­heit Besit­zer­wech­sel, ohne dass es zu einer grund­le­gen­den Sanie­rung des Gebäu­des gekom­men ist. Seit 2006 gehört das Gebäude der eigens dafür gegrün­de­ten „Hotel Stadt Leip­zig Objekt­ge­sell­schaft mbH“. Der Inves­tor wollte das Gebäude umbauen und vier­zehn hoch­wer­tige Woh­nun­gen als „Heinrich-Residenz“ im Gebäude ein­rich­ten. Das Erd­ge­schoss sollte Gewerbe erhal­ten und im Innen­hof sollte ein Neu­bau mit 10 Woh­nungs­ein­hei­ten in moder­nem Stil neu errich­tet wer­den, für des­sen Pla­nung Seehars.Architekten beauf­tragt wor­den war. Obwohl sich der flach­dach­ge­deckte Neu­bau nicht in den Bestand der Inne­ren Neu­stadt ein­fügt, war die GHND froh, dass sich nun­mehr ein Inves­tor der maro­den Bau­sub­stanz annahm. Dies sah der Bau­aus­schuss der Lan­des­haupt­stadt auch so und hat im Som­mer 2012 den vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Bebau­ungs­plan Nr. 6011 beschlos­sen, um dem Inves­tor Finan­zie­rungs­si­cher­heit zu geben.

Wie sich jetzt her­aus­stellt, waren der Kom­pro­miss und die Freude ver­früht. Nicht nur dass die Bau­sub­stanz wei­ter ver­fällt – es wur­den in der Hein­rich­straße auch zwei kom­plette Ober­ge­schosse und das Dach abge­ris­sen. Seit­dem bewegt sich an die­sem Objekt nichts mehr. Die Mau­er­köpfe sind nur not­dürf­tig gesi­chert und dürf­ten den nächs­ten Win­ter nicht über­ste­hen. Ein wei­te­rer Ver­fall ist vor­pro­gram­miert. Vor allem aber ist die kom­plette innere Struk­tur extrem durch ein­drin­gende Feuch­tig­keit gefähr­det. Die GHND for­dert den Inves­tor auf, schnellst­mög­lich ein Not­dach zu errich­ten und öffent­lich zu erklä­ren, wann die Arbei­ten wei­ter­ge­führt und zum Abschluss gebracht wer­den. Die Stadt – das Denk­mal­schutz­amt und das Bau­amt – wer­den drin­gend auf­ge­for­dert, dafür Sorge zu tra­gen, dass ent­spre­chende Maß­nah­men umge­setzt wer­den und not­falls auch eine Ersatz­vor­nahme noch vor Win­ter­ein­bruch durch­ge­führt wird. Es ist eine Tra­gö­die, dass es die Lan­des­haupt­stadt Dres­den seit der fried­li­chen Revo­lu­tion von 1989 nicht geschafft hat, für die­sen ein­zig­ar­ti­gen Bau eine Per­spek­tive zu eröff­nen. Es benö­tigt hier mehr Enga­ge­ment aller Inter­es­sier­ten, des Stadt­ra­tes und der Stadtverwaltung.

Der Vor­stand

Sept2013_Rückseite_HS_Leipzig

 

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